Wummi & die Naggyflasche Episode 1

Wummi und die Naggyflasche - Episode 1

 

Wie man Beton und Schuhsohlen zum Bröseln bringt…

 

Eine Kurzgeschichte von Volker Hochmuth im April 2012

 

Es war einmal…

 

Ein lautes knurrendes Geräusch riss Wummi aus ihren Träumen.

Sie hatte von einem herrlich klingenden, melodischen Lied geträumt und dass sie an einer reich gedeckten Tafel voller kulinarischer Herrlichkeiten saß. Sie fühlte sich dabei rundum wohl. In dem Moment, als sie sich der reichhaltig gedeckten Tafel mit den Köstlichkeiten bedienen wollte, erwachte Wummi  jäh aus ihrem Traum!
 
Ein Blick auf die Uhr sagte ihr, es ist halb neun, an einem Sonntagmorgen. Nach einigen Sekunden der Besinnung wähnte sie, die Ursache des unangenehmen Knurrens welches  sich mit einem flauen Gefühl im Magen verband,  ergründen zu können.

Innerhalb einiger weiterer Sekunden transportierte ihr knurrender Magen die Information, dass er dringend Nachschub benötige, unumwunden an das Großhirn. Die Weiterleitung an das Tagesbewusstsein, das wiederum die Blitzbemerkung an das Sprachzentrum abgab um es lautstark artikulieren zu können, was dann auch prompt geschah. Diese Reaktion ließ nicht lange auf sich warten.

 

Käse, Brötchen, Butter, Wurst und Marmelade mit heißem Kaffee!
 
Diese, nahezu rasenden, Gedanken brachten Wummi dazu ihren behäbigen Körper aus dem Bett zu wuchten. Jetzt war alles sonnenklar! Wummi kam der grandiose Gedanke Brötchen zu holen.

Nach einer weiteren halben Stunde erreichte sie das nahe gelegene Lebensmittelgeschäft. Es war ein Laden der gerade umgebaut hatte und somit neu eröffnet wurde. Die Ladenbesitzer dachten sich sicherlich je mehr Regale, je mehr Sortiment, desto mehr Kunden. Das hatte zur Folge, dass die Regalgänge, in denen sich ein reichhaltiges Angebot befand, langsam und bedächtig durchschritten werden sollten.
 
Behende hatte sich Wummi durch die Ladentür geschwungen, das hatte sie vielfach geübt und erblickte die vielen, interessanten Lebensmittel. Zu ihrem Unglück befanden sich Wurst- Fleisch- und Brötchentheken am hintersten Ende des Ladens. Sie musste also zwangsläufig einen möglichst schadenfreien Weg durch die Regalgänge finden.
 
Getrieben durch ihr Bauchgefühl, welches inzwischen dramatische Befindlichkeiten angenommen hatte, begann sie sich ihren Weg durch den Lebensmittel - Parkour zu erkämpfen. Nach den ersten drei Metern stellte sie mit Freude fest, dass bis hierher alles gut gegangen war. In dieser Sekunde vernahm Wummi ein Scheppern und klirren an ihrer rechten, hintersten Körperseite. Erschrocken drehte sie sich um, denn dieses Geräusch kannte sie von anderen Ladengängen und sah eine Flasche mit undefinierbarem Inhalt zerbrochen und völlig ausgelaufen am Boden liegen. Noch während ihrer vor Schreck unkontrollierten Körperdrehung vernahm sie ein weiteres, etwas bedrohlicher klingenderes Mehrfachgeräusch.

 

Der Angstschweiß trat Wummi auf die Stirn.
 
Was sie sah waren einige weitere Flaschen, anderen Sorten, aus dem eine etwas Türkis bis grünlich aussehende Flüssigkeit austrat. Der Inhalt dieser Flaschen verband sich mit dem Inhalt der ersten Flasche zu einer undefinierbaren und zähflüssigen Masse. Noch ehe Wummi jemanden zur Hilfe rufen konnte breitete sich, die auf diese Weise entstandene Masse, zielstrebig über dem Ladenboden aus und erreichte ihre Schuhsohlen.

 

Ein halber hektischer Schritt führte sie, nach der Sichtung dieser Masse, nach rechts zurück. Ein Kunde, den sie nicht sehen konnte, stieß einen Schmerzensschrei aus, der nicht zu überhören war. Dieses Szenario, in dem sonst so beschaulichen kleinen Laden, löste eine nahezu mittlere Katastrophe aus. Es drängten sich viele Kunden in die Nähe der Schadensstelle.
 
Mit der Frage ob etwas passiert sei wollten diese Menschen wahrscheinlich zum Ausdruck bringen, dass sie alle mitwirkend sein wollten und zugleich den Eindruck erwecken sie seien hilfsbereit.
Noch während alle durcheinander fragten was passiert sei, verschwand die Flüssigkeit lautlos, langsam und sicher, einen kleinen Trichter bildend, im Ladenboden. Wummi bekam währenddessen den Eindruck sie hätte auf einem Fuß keinen Schuh mehr.

 

Das Stimmengewirr wurde leiser und leiser, denn niemand hatte zuvor in dem Laden und seinem Boden, der frisch renoviert war, ein Loch entdeckt!

 

Wummi versuchte inzwischen, hinkend mit einem vollständig erhaltenen Schuh und einem ohne Sohle, den Laden zu verlassen. Niemand achtete auf Wummi.
Völlig neben sich erreichte sie Ihre kleine Wohnung und ruhte sich nachdenkend aus.

 

Am nächsten Tag erschien in der Tageszeitung eine Kurznachricht, dass in einem Laden in der Nähe, eine gefährliche Flüssigkeit, aus noch unbekannten Gründen, einen erheblichen Schaden verursacht hätte und die zuständigen Behörden diesen Vorfall untersuchen.

 

©by Volker Hochmuth 2012

 

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